
Kaliber Kaputtnik
Rasante Coolness: Tony O'Neills Drogenroman "Sick City"
von Christoph Schröder
"Wer zeigen will, wie kaputt die Welt ist, darf keine Grenzen scheuen. Nicht die des guten Geschmacks, auch nicht die der Plausibilität. Die aus diesem Ansatz entstehende Schrägheit entwickelt, wenn sie zudem von einem permanenten Drogenrausch befeuert wird, eine Komik ganz eigener Art. Im Kino ist Quentin Tarantino der unbestrittene Meister dieses Genres; der Musiker und Schriftsteller Tony O'Neill begibt sich in seinem Mittlerweile dritten Roman "Sick City", dem ersten in deutscher Übersetzung, auf Tarantinos Spuren, stellenweise ein wenig aufdringlich, aber durchaus mit Verve und Phantasie."
"Motor des Romans allerdings sind die Betäubungsmittel. "Sick City" ist gewiss kein Anti-Drogenroman. Die Produkte, die hier mit größter Selbstverständlichkeit permanent konsumiert werden, erscheinen so natürlich wie Nahrungsmittel: Meth, Crack, Kokain, Heroin. Ein Drogenrausch, Horrortrips inklusive. Die Grundlage von O'Neills Erzählen ist eine Coolness, die sich von nichts und niemandem erschüttern lässt."
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