Regie: Volker Lösch
Bühne und Kostüme: Cary Gayler
Mitarbeit Kostüme: Theresa Grosser
Chorleitung: Bernd Freytag
Dramaturgie: Beate Seidel
Die in "Metropolis" verhandelten Fragen, einerseits nach dem Sinn eines technischen Fortschritts, der auf der radikalen Ausbeutung menschlicher und ökologischer Ressourcen beruht; andererseits nach der geeigneten Form des Widerstands gegen den Fluch der Moderne, wollen wir in diesem Theaterprojekt in Verbindung setzen mit der skurrilen, witzig-bösartigen Öko-Rebellion von vier Umweltterroristen, die ihren Kampf gegen das Establishment als Kampf gegen die Vereinnahmung der letzten Refugien der Wildnis im Mittleren Westen der USA führen.
Wird in "Metropolis" der gewaltsame Aufstand der Gedemütigten als Produkt einer bewusst manipulierten Hetzkampagne beschrieben, so behauptet die "Monkey Wrench Gang", dass nur die Zerstörung der so genannten Hightech-Errungenschaften der Zivilisation zur Rettung der Welt beitragen können. Abbeys Roman, der als Roman zur Lage in jedem "Stuttgart 21"-Bücherregal zu finden ist, war die literarische Entdeckung des Weihnachtsbuchgeschäfts des Jahres 2010.
Die beiden einander ausschließenden Positionen in ein Verhältnis miteinander und zur aktuellen Bewegung für und gegen "Stuttgart 21" zu setzen, das soll den Mittelpunkt unserer Inszenierung bilden, die die Bürger dieser Stadt mit ihren Meinungen zum Zukunftsprojekt bzw. Milliardengrab zu Wort kommen lassen wird.
Was bedeutet der Fortschritt heute? Welchen Begriff von Zivilisation haben wir / sollten wir haben? Wie soll die Zukunft unserer Stadt aussehen? Wem gehört überhaupt die Stadt?
Diese Themen werden uns anhand des Ökorebellen-Roadmovies im Westernstyle und der in einen Stummfilm gebannten Science-Fiction-Farce als alles befriedende Herrschaftsphantasie beschäftigen. Was beide Denkmodelle miteinander zu tun haben, worin sie sich ausschließen und welchen Brückenschlag es zum nach wie vor zentralsten Diskussionsstoff in der Stadt gibt (auch nach den Landtagswahlen) - wir wollen es herausfinden.
Volker Lösch ist seit Beginn der Intendanz Hasko Weber 2005/06 Hausregisseur und Mitglied der künstlerischen Leitung am Schauspiel Stuttgart und inszenierte dort u.a. "Faust 21" nach Goethe, Lars von Triers "Dogville" und "Manderlay", Matias Faldbakkens "The Cocka Hola Company" sowie "Nachtasyl Stuttgart" nach Maxim Gorki. Seine Inszenierungen sind stets durch einen großen Bezug zum Aufführungsort gekennzeichnet. 2006 wurde er für seine Dresdner Inszenierung von „Die Weber" nach Gerhart Hauptmann für den deutschen Theaterpreis nominiert. Aufsehen erregte Lösch auch mit den Aufführungen von Elfriede Jelineks „Sportstück" am Schauspiel Leipzig und 2008 mit „Marat, was ist aus unserer Revolution geworden" nach Peter Weiss am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, mit dem er zum Berliner Theatertreffen 2009 eingeladen wurde. Im selben Jahr inszenierte er „Berlin Alexanderplatz" nach Alfred Döblin an der Berliner Schaubühne. Seine politisch offensive und brisante Arbeit setzte er im Dezember 2010 mit „Lulu – Die Nuttenrepublik" nach Frank Wedekind an der Schaubühne Berlin fort. "Metropolis / The Monkey Wrench Gang" ist seine zwölfte Arbeit für das Schauspiel Stuttgart.