Eine ehrliche Geschichte.

"Irgendwie Dazwischen - Eine zu 95 Prozent wahre Lebensgeschichte" von Tracy White

Buchtipp von Roswitha Schmidt

Dies ist die Geschichte der 17 jährigen Stacy Black, ihres Nervenzusammenbruchs und ihres Weges zurück zur Normalität. Eine Graphic Novel, die vom Sitl einfach gehalten und dennoch unglaublich ausdrucksstark ist.
Die Autorin erzählt ihre eigene Geschichte über den Aufenthalt in einer Nervenklinik, in die sie sich selbst einlieferte mit dem Wunsch „wieder glücklich zu sein“. Der Leser begleitet sie in ihre Therapien, ihre Erinnerungen bis zu den dunklen Ecken ihres Selbst.  Zwischen den einzelnen Kapiteln finden sich Berichte der Klinik über ihre Patientin. Auch 4 verschiedene Freundinnen aus ihrem Leben (vor und in der Klinik) kommen zu Wort und antworten auf Fragen zu Stacy. So entwickelt sich langsam ein Bild der Hauptperson aus verschiedenen Zeiten und Blickwinkeln und man beginnt zu ahnen, dass niemand, nicht mal Stacy selbst, wirklich weiß, wer sie ist. Und warum.
In ihren schlichten Zeichnungen transportieren die Autorin gut die teils erschütternden Ereignisse und Erkenntnisse in ihrem Leben. Drogen, die Liebe zu ihrem Freund, Probleme mit der Mutter, der Hass auf sich selbst und den eigenen Körper, Bulimie…
Man spürt beim Lesen, die Geschichte ist echt und ehrlich. Und keineswegs so weit weg, wie man glauben möchte. Ein Buch das Verständnis dafür fördert, dass es Krisen gibt, die Menschen kaputt machen können, aber nicht unbedingt müssen. Dass geholfen werden kann, auch indem man die Augen offen hält – auf sich selbst, auf die eigenen Kinder und auf Freunde.
Eine kurze Lektüre, die lange nachwirkt. Wirklich empfehlenswert.

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