Stephan Pörtner: Hosenlupf. Eine freche Kulturgeschichte des Schwingens.
"Tradition ist, was bleibt, wenn die Moden vorbei sind", rief SP-Bundesrat Willy Ritschard den Besuchern des Eidg. Schwing- und Älplerfests 1977 zu. Auch Ritschards Freund, der Schriftsteller Peter Bichsel, geht sei Jahren an Schwingfeste, um "einen friedlichen Sonntag unter freundlichen Menschen" zu erleben. Heute erfreut sich der urschweizerische Hosenlupf - genau wie der Jodel und das Alphornblasen - einer neuen Beliebtheit, auch im städtischen Milieu.
In der reich bebilderten Chronik kommen Schwinger-Legenden wie Karl Meli, Ernst Schläpfer, Jörg Abderhalden und Kilian Wenger zu Wort. Die Rede ist auch vom Kampfgericht, vom Sägemehl und von der urchigen Zwilchhose.
Ein besonderes Lob gebührt dem Illustratoren-Trio Paula Troxler, Chrigel Farner und Noyau: allein schon ihre liebevoll-nostalgischen Zeichnungen rechtfertigen die Anschaffung dieses wunderbaren Buches.
Urs Rauber
NZZ am Sonntag vom 30. Januar 2011