
Ein Kunstzombie im Einfamilienhaus
von Alice Henkes
In seinem ersten Roman lässt der in Thun lebende Kunsthistoriker einen fiktiven Künstler gründlich scheitern und dabei locker-ironisch über den realen Kunstbetrieb plaudern.
Kunst ist, literarisch gesehen, eine heikle Sache. Ein deutscher Literaturkritiker rügte kürzlich den ganzen Kunstbetrieb als hohle Performance. Buchstäblich hohle Performance dichtet nun Christian Saehrendt seinem Protagonisten Ronny Läpplinger an. Mit leeren Zeichenblättern schafft er Anfang der 1990-er Jahre die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, wo er seine bockige Pose zur radikalen Verweigerungskunst ausbaut.
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Da Scheitern von Lebensentwürfen ist ein gewichtiges Thema, an dem grosse Literatur sich entzünden kann. Bei Saehrendt allerdings ist der Misserfolg seines Antihelden der Zündstein für eine saftige Satire auf den Kunstbetrieb. Ronnys Begegnungen mit Kunst und Künstlern leben vom Geschick des Kunsthistorikers Saehrendt für pointierte Kommentare.
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