Wumms! Rattazong! Rattawumm!

So klingt Umweltschutz bei US-Underground-Ikone Edward Abbey. Sein Roman "The Monkey Wrench Gang" ist unser Buch der Woche. 

"Jeder sollte ein Hobby haben", findet Doc Sarvis. Er selbst hat für seins immer einen Bezinkanister im Kofferraum. Denn der angesehene Chirurg fackelt in seiner Freizeit gern Reklametafeln ab. Und bei dieser Zündelei bleibt es in Edward Abbeys Kultroman "Die Monkey Wrench Gang" nicht. Zusammen mit seiner Geliebten Bonney Abbzug, dem Wildwasser-Spezialisten Seldom Seen Smith und dem Vietnam-Veteranen und Sprengstoff-Profi macht er sich daran, der von Wirtschaft und Regierung ausgebeuteten Natur des amerikanischen Südwestens wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Das große Ziel: Die Sprengung des Glen-Canyon-Staudamms. Bis dahin läuft man warm, sprengt Brücken legt Fördertürme lahm, schmeißt Bulldozer in Abgründe und beweist insgesamt ein höchst entspanntes Verhältnis zur Gewalt gegen Sachen.

 

Öko-A-Team

Ob der amerikanische Schriftsteller und Anarchist Edward Abbey (1927-1989) selbst an ähnlichen Sabotageakten beteiligt war, weiß man zwar nicht. Allerdings beschreibt er die Aktionen seines Öko-A-Teams oft so detailliert, dass man auf Insiderkenntnissse schließen kann. Als das Buch 1975 erschien, landete es deshalb in einigen US-Bundesstaaten auf dem Index. Jetzt erscheint der Roman, der die Gründung der radikalen Umweltschutzorganisation "Earth First" inspirierte, erstmals auf deutsch - und ist nicht nur wegen der Illustrationen von Comic-Legende Robert Crumb ein großer Spaß.

von Christian Möller

 

Edward Abbey: "Die Monkey Wrench Gang", illustriert v. Robert Crumb, übers. v. Sabine Hedinger, Walde & Graf, 470 S., 24,95 Euro

 

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